• Kavitha Rasch

„Miet“ me for christmas eve!

Aktualisiert: März 1


MIA, der gemietete Weihnachtsbaum! „In diesem Jahr haben wir uns spontan dazu entschlossen den Weihnachtsbaum mit Nachhaltigkeit zu beschenken. Auslöser war ein unscheinbarer Zeitungsartikel mit der Frage, ob man sich vorstellen könne, einen Tannenbaum auch zu mieten, statt zu kaufen. Ja, war unsere Antwort.“


Normalerweise kaufen wir unseren Tannenbaum beim Händler des Vertrauens. Anschließend wird der abgeschlagene Fuß in einem Christbaumständer fixiert und Mitte Januar kommt er an den Straßenrand, wo er mit vielen anderen ausgedienten Tannenbäumen auf die Müllabfuhr wartet. Erstaunlich, dass ein handelsüblicher Weihnachtsbaum 7 bis 10 Jahre wachsen muss, bevor er dem Weihnachtsfest zum Opfer fällt. Irgendwie schade, oder?


Happy End für Tannenbäume


Nach einem Besuch diverser Internetseiten rund um das Thema „Miet-Tannenbäume“, kam kurz darauf per Mail eine Bestätigung. MIA, eine Blaufichte, wird ausgepflanzt, um mit uns Weihnachten zu feiern. Die Spannung stieg. Auf der Website der Baumschule gab es zusätzlich noch einen ausführlichen Pflegehinweis zu allem, was MIA nach ihrer Anreise, während der Weihnachtstage und für ihren Rückweg zur Baumschule genau von uns benötigt. Schließlich soll die Tanne nach Weihnachten weiterleben.


Der Miet-Weihnachtsbaum sollte langsam an die wärmere Temperatur gewöhnt werden und nicht neben der Heizung stehen. Er muss regelmäßig, aber nicht zu viel gegossen werden und Kunstschnee sowie Lametta sind natürlich nicht erlaubt.


Noch vor dem Christkind steht der Tannenbaum endlich vor der Tür: Größe und Form ok, frischer Tannenbaumduft gut. MIA kommt verpackt in einem langen Karton samt Tannenbaumnetz. Die Wurzel wirkt tatsächlich frisch ausgebuddelt und befindet sich mit dem Erdballen in einem dicken grünen Sack aus wasserdichtem Kunststoff. Ebenfalls im Karton, u. a. eingesetzt als Schutz der Krone, befindet sich ein roter, widerverwendbarer Kübel. Wie weihnachtlich. Wenige Minuten später steht MIA frisch gegossen ihn ihrem mitgebrachten roten Kübel und darf sich im Flur akklimatisieren. Später wird sie für Heiligabend festlich hergerichtet. Beim Auspacken bekommen unsere Hände zu spüren, warum Blaufichten auch „Tannen der Mutigen“ genannt werden. Mentale Notiz: Im nächsten Jahr doch eine Nordmanntanne favorisieren.

Die Rückgabe erfolgt in unserem Fall im Rahmen einer organisierten Sammelabholung aller Miet-Tannenbäume im näheren Umkreis an einem festen Tag Mitte Januar.



Ist ein Baum zur Miete wirklich nachhaltig(er)?


Wie nachhaltig ein gemieteter Weihnachtsbaum wirklich ist, lässt sich leider noch nicht aussagekräftig belegen. Grundsätzlich ist es vorteilhaft, sich beim Kauf eines Weihnachtsbaums näher mit der Herkunft auseinanderzusetzen. Der NABU (Naturschutzbund) empfiehlt alternative Öko-Bäume mit FSC-, Naturland- oder Bioland-Siegel oder Bäume aus dem regionalen Forst. Bei Herkunft aus großflächigen Monokulturen werden die Bäume vor dem Abholzen leider häufig mit Düngern und ungesunden Pestiziden behandelt. Klar ist: Unser gemieteter (Weihnachts-)Baum lebt nach Weihnachten weiter.


Als Gartenbesitzer haben wir auch darüber nachgedacht, ob es nicht einfacher wäre, eine Tanne samt Topf dauerhaft im Garten zu halten und diese jährlich über die Feiertage ins Haus zu holen. Nachdem ich aber im Gartencenter erfahren habe, wie unangebracht es ist, einen Tannenbaum dauerhaft im Topf zu halten und wie schwierig und teuer es ist, einen Tannenbaum mietfähig zu machen (und zwar so, dass er danach auch wieder ins Freie ausgesetzt werden kann), haben wir diesen Gedanken wieder verworfen.


Ob wir langfristig ein Fan von der Idee werden, entscheiden wir Heiligabend spontan. Falls nicht, ist es besonders in diesem Jahr ein schönes Gefühl, dass unser Tannenbaum nicht nur diesen trüben Winter grünt, wenn es schneit, sondern auch noch, wenn im Sommer 2021 (für alle) wieder die Sonne scheint.


#Mietbaum #Weihnachten #Nachhaltigkeit #Christbaum

1 Ansicht0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen