• Kavitha Rasch

Haie brauchen mehr (Arten)Schutz

Aktualisiert: 19. Jan.


Stopp mit Vorurteilen gegen Haie: Sie wollen zwar nicht nur Spielen, aber sie töten auch nicht jeden Menschen, der ihnen vor der Nase herumschnorchelt. Sie sind auch keine wundervollbringende Medizin.


In diesem Blog-Beitrag verbinde ich drei Themen miteinander:
Küstenregionen als wichtige Ökosysteme im Kampf gegen den Anstieg von Treibhausgasen.
Haie und ihre wichtige Rolle innerhalb dieser Ökosysteme - seit 400 Millionen Jahren.
Mein Kinderbuch, was neben dem Thema Plastik im Meer auch die Notwendigkeit von Artenschutz aller Meeresbewohner deutlich macht.


Meeresökosysteme speichern "Blue Carbon"

Pro Planet Project -

International Blue Carbon Initiative


Die Initiative ist ein globales Programm, das sich auf die Erhaltung und Wiederherstellung von Küsten- und Meeresökosystemen konzentriert. Mangroven, Gezeiten-Sümpfe und Seegras gehören zu dem produktivsten Ökosystem der Erde. Neben dem physischen Schutz vor Stürmen und der Verbesserung der Wasserqualität, bilden sie die „Kinderstube“ für Fische.

Doch für den Klimawandel von herausragender Bedeutung ist die Fähigkeit, „blauen“ Kohlenstoff aus der Atmosphäre und den Ozeanen zu binden und in Pflanzenbestandteilen bzw. dem Sediment darunter zu speichern. Seegraswiesen sind besonders ergiebig. Weltweit umfasst das Ökosystem der Küstenregionen rund 49 Millionen Hektar (außer der Antarktis).

Wenn sie zerstört werden, wird der über Jahrhunderte gespeicherte Kohlenstoff, an die Atmosphäre und die Ozeane abgegeben und so zu Quellen von Treibhausgasen. Experten schätzen, dass jährlich bis zu 1,02 Milliarden Tonnen Kohlendioxid aus geschädigten Küstenökosystemen freigesetzt werden, was 19 % der weltweiten Emissionen aus der Abholzung tropischer Wälder entspricht.

Der Wert der Mangroven als Ökosystemdienstleistungen, die den Lebensunterhalt der Küstenbewohner und der Menschen auf der ganzen Welt sichern, wird beispielsweise auf mindestens 1,6 Milliarden US-Dollar pro Jahr geschätzt.

Dafür setzt sich die Blue Carbon Initiative ein:


  • Schutz und die Wiederherstellung von Küstenökosystemen und sie unterstützt die International Blue Carbon Scientific Working Group sowie

  • die International Blue Carbon Policy Working Group, die Leitlinien für die erforderliche - fortlaufende - Forschung, die Projektdurchführung und politische Prioritäten vorgeben.

Nicht nur der Mensch versucht diese Ökosysteme zu schützen, sondern auch der Hai! Durch sein natürliches Verhalten.



Haie schützen Ökosysteme


An der Spitze der Nahrungskette im Ozean sorgen Haie für einen ausgeglichenen Bestand. Seit über 400 Millionen Jahren! Wissenschaftler konnten die positive Wirkung von Haien auf ein Gleichgewicht der Ökosysteme eindeutig belegen.

... fühlt sich beim Fressen beobachtet. Schwimmt gleich weiter.

Tigerhaie ernähren sich hauptsächlich von Schildkröten, welche sich wiederum von Seegras ernähren. Werden sie dabei nicht von Tigerhaien beobachtet, verweilen sie oft lange an derselben Stelle um dort das komplette Seegrasfeld abzugrasen, sodass dieses als Lebensraum unbrauchbar wird. Lauert jedoch die Gefahr von einem Tigerhai angegriffen zu werden, bewegen sich die Schildkröten beim Fressen über verschiedene Seegrasfelder hinweg.


Haie und ihr Nachwuchs


Einige Haiarten gebären ihre Jungen lebendig, während andere Arten Eier legen. Bei den meisten Haien kann es Jahre dauern, bis sie den nächsten Nachwuchs zur Welt bringen. Andere Fische sind schneller! Auf Dauer würde die Fischpopulation, bei einer weiterhin sinkenden Anzahl an Haien, schnell aus dem Gleichgewicht geraten.

Sinnbefreite Haifischflossenjagd


Das Shark-Finning wird mit Langleinen auf hoher See erledigt. Die Flossen werden an Land transportiert. Der „restliche“ Hai wird ins Meer zurückgeworfen. Beim Shark-Finning gibt es keine Einschränkungen bezüglich der Größe, des Alters oder der Haiart; jeder Fisch, der dafür gefangen wird, wird brutal seiner Flosse entledigt und kommt danach zu Tode.

Die an Land getrocknete Flosse bringt auf dem chinesischen Markt Preise teils über 600 US$ pro Kilogramm ein. Getrocknete Flossen gelten leider immer noch als potenzsteigerndes Mittel.


Aktionen, wie #stopfinningeu oder #stopsharkfinning sind zum Glück auf Social Media weit

verbreitet und erhöhen die Aufmerksamkeit. Dank sei jedem, der sich damit auseinandersetzt. Sei es, weil er Tiere mag oder weil er sich für Klimaschutz interessiert. "Stop Finning EU"aus Rosenheim in Deutschland (@StopFinningEU auf Instagram) war so lieb mir Bild- und Videomaterial zum Posten zur Verfügung zu stellen. Gesucht werden 1 Millionen Menschen, die diese Initiative gegen den Handel der EU mit Haifischflossen, unterstützten. In diesem Video spricht Dr. Mark Benecke (Kriminalbiologe) über Haie und ihr Leid. Gut erklärt, auch für Kinder - in nur 2 Minuten. (Keine schlimmen Bilder im Video.)


#gutestunkannsoeinfachsein Die EU exportiert jährlich 3.500 Tonnen Haifischflossen nach Asien. Sagt NEIN dazu!

Bis zum 31. Januar 2022 kann jeder EU-Bürger seine Stimme für die Haie abgeben!

Zur Abstimmung auf "Stop Finning EU"



Warum Elvis Einweg "von nun an" so gerne Haie grüßt ...

Gekürzter Auszug aus (K)einmüllmeer von Kavitha Rasch


Müde zählt Elvis Einweg im Mondschein kleine Schwarmfische und hofft, davon einzuschlafen. Größere Gestalten, die durch das Riff schwimmen, hindern ihn dabei. Müssten jetzt nicht alle schlafen? Er weckt Leilani, die Meeresschildkröte auf. „Pssst.


Leilani, was sind das für Schatten, die hier herumschwimmen?“

„Das sind Haie. Sie schlafen tagsüber und haben jetzt Nachtschicht im Riff.“

Hoffentlich keine gefräßigen, weißen Haie, wie in dem Film, den ich bei den Menschen vom Couchtisch aus mit angeschaut habe, denkt Elvis: „Welche Haie haben denn Nachtschicht?“, flüstert Elvis eingeschüchtert.

„Riffhaie, die Jagd auf Fische und Krebstiere machen. Die tun dir schon nichts. Haie sind gar nicht so schrecklich, wie immer alle sagen. Hier im Riff gibt es die wildesten Geschichten über Haie. In echt erlebt hat sie kaum jemand. Jeder erzählt etwas weiter, was er von jemand anderem gehört hat.“

Elvis atmet erleichtert aus und hört weiter zu. „Haie sind nützlich für die Natur und tun der Umwelt gut. Mit ihrem Hunger sorgen sie für eine ausgewogene Artenvielfalt im Meer und halten alles im Gleichgewicht. Für ihr böses Aussehen können sie nichts. Sie haben einfach wahnsinnig viele Zähne. Ihr Gebiss besteht aus mehreren Zahnreihen. Die spitzen Zähne haben auch keine Wurzeln. Wenn die vorderste Reihe abgenutzt ist und ausfällt, stehen dahinter schon die nächsten Zähne Schlange. Bullenhaie haben sogar bis zu sieben Reihen gleichzeitig.“

Elvis weiß nicht, ob er Leilani die Geschichte glauben soll.

„Sandtigerhaie sehen richtig gruselig aus, dabei sind sie so gesellig“, fährt Leilani fort. „Immer wieder kommen sie zu zweit oder sogar in Gruppen zusammen und sie haben zwischen sieben und 17 engere Freunde und bis zu 200 lose Kontakte. Von wegen Haie sind unsoziale Einzelgänger.“

Kleine Haie haben Nachtschicht und Sandtigerhaie haben Freunde? Mit dem Wissen kann ich in Ruhe einschlafen und muss mich nicht fürchten, denkt Elvis. „Schlaf gut, Leilani.“

(Auszug Ende)



Buchtrailer in Bildern:








Quellen: https://www.thebluecarboninitiative.org/; https://oceanmata.com/blogs; Stop Finning EU







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