• Kavitha Rasch

Dein Kassenbon ist dein Stimmzettel für mehr Umweltschutz

Aktualisiert: Jan 1


Beim Einkauf im Supermarkt entscheidet jeder selbst, ob er z. B. nach unverpacktem Obst greift oder die in Plastik verpackten Varianten bevorzugt. Gleiches gilt auch für zahlreiche andere Lebensmittel, Getränke oder Mode (Fast oder Slow Fashion). Entscheidend sind: Herkunft, Herstellungsbedingungen, Anreise bis zum Endverbraucher sowie Entsorgung der Verpackung oder des abgenutzten Produktes.



In den vergangenen Jahren ist das „Flaschen-Mehrwegsystem“ in der deutschen Lebensmittelindustrie deutlich zurückgegangen. Dabei hat sich das Mehrwegsystem an sich schon bei den alten Römern bewährt. In den heutigen Supermärkten und besonders in Discounterläden haben Einwegprodukte sowie Einwegflaschen deutlich die Überhand. Doch auch in Getränkemärkten muss ich immer länger nach Mehrweg im Glas suchen.


Ich habe bei einem Anbieter für leckeren veganen Brotaufstrich im Glas nachgefragt, warum dies so ist und ob man helfen kann, das Mehrwegsystem zu fördern. Dort bekam ich schnell eine freundliche und sehr nützliche Auskunft:


ZWERGENWIESE gehört seit 1976 zu den Gründungsmitgliedern der AFA (Arbeitsgemeinschaft für Abfallvermeidung) und war somit Mitinitiator des Mehrwegsystems. Eine bundesweites Mehrwegsystem für den Naturkostmarkt scheiterte bereits 1998, da sich alle Partner des Mehrwegsystems, für das bundesweit existierende und gut funktionierende Glasrecycling entschieden haben – aus diversen Gründen.


Eine Entwicklung, die mit weinendem und lachendem Auge zu betrachten ist.

Leere Gläser quer durchs Land zu transportieren, diese dann mit einem hohen Einsatz von Chemie zu säubern usw. macht wenig Sinn. Es gab seinerzeit auch nur zwei Spülstellen in Deutschland (oder wie Melissa in meinem Kinderbuch sagen würde „Duschfabriken“). Wenige Endverbraucher brachten ihre Gläser zurück. Die Einrichtung weiterer Spülstellen war so finanziell nicht möglich. Zusätzlich konnten gesetzlich vorgeschriebenen Rücklaufquoten nicht erfüllt werden.


Es ist daher ökologisch sinnvoll, Glasscherben einer neuen Einschmelzung bei den Glashütten zuzuführen. Das Schmelzen von Altglas schont Naturreserven und benötigt weniger Energie als eine Schmelze aus Quarzsand.

Glas ist und bleibt eine sinnvolle Verpackung für Lebensmittel. Joghurthersteller haben teilweise eigene Spülstellen, da sie Standardgrößen für ihre Produkte nutzen (hierzu ist meine Recherche noch nicht abgeschlossen).


ZWERGENWIESE bietet auf der Website schöne Upcycling Ideen an. Wenigstens ein paar dieser Gläser können dauerhaft für die Aufbewahrung von Gewürzen, Nüssen, Leckerlis für das Haustier, Bonbons, Datteln, Müsli, Knöpfe usw. im Haushalt verbleiben.


Ich nutze die Gläser für das Anrichten von Nachtisch, für den Oliven-Einkauf beim Antipasti-Verkäufer meines Vertrauens oder als Küchenkräutertopf. Auch für die Verpackung von kleinen Geschenken eignen sich Gläser mit Schraubverschluss gut. Mit dem Überschuss spaziere ich zum nächstgelegenen Glascontainer.


Meiner Meinung nach bleibt es trotzdem ein Fall für die Politik, Mehrwegsysteme im Lebensmittelbereich zu überdenken und ernsthaft(er) zu fördern!

„Umweltsch(m)utz im Einkaufswagen“


Das Kinderbuch ist mein zeitloser Beitrag für Umweltbildung von Kindern & Erwachsenen. In der Geschichte begegnen sich zwei Flaschen im Supermarkt. Bis zum Kassenband diskutieren Melissa Mehrweg und Elvis Einweg lebendig über den Sinn von Mehrwegpfand, die Wirkung von CO2 auf das Klima und über den Unsinn von Einwegplastik, weil es die Umwelt langfristig belastet. Elvis kann gar nicht glauben, dass eine Einwegplastikflasche bis zu 1000 Jahre vor sich hin rotten kann. Besonders im Meer.



Der Pfandbetrag gibt Orientierung: Das Pfand für Mehrwegflaschen aus Glas und PET beträgt 8 bzw. 15 Cent inkl. Mehrweg-Siegel. Pfand für Einwegflaschen beträgt mindestens 25 Cent. Aus gutem Grund, wenn man sich mit der Entsorgung auseinandersetzt.



Bravo! Die ganz verrückten Umwelthelden unter euch sind natürlich schon einen Schritt weiter und ...

… kombinieren längst dauerhaft Leitungswasser mit einer eigenen Lieblingstrinkflasche aus Glas oder nachhaltigen Materialien. In Ländern, in denen das Trinkwasser einwandfrei sauber ist, ist diese Variante für den Durstigen günstig(er), weniger Mühe beim Schleppen und (er)spart der Natur Transportwege quer durchs Land.


Selbstgemachte Slow-Fashion für eure Lieblingstrinkflasche: Die Künstler unter den Durstigen nähen zum Schutz und für mehr Abwechslung noch ein waschbares „Jäckchen“ aus Stoff für ihre dauerhaft genutzten, müll- und pfandfreien Flaschen. Die passende Nähanleitung habe ich inklusive Schnittmuster für euch im gut sortierten World Wide Web gefunden: kostenlose Nähanleitung & Schnittmuster


Bleibe umweltfreundlich und denke daran: „Dein Kassenzettel ist dein täglicher Stimmzettel für mehr Umweltschutz.“

von Kavitha Rasch

 
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